Für viele Jahre gab ein britischer Schauspieler dem rumänischen Vampir-Grafen ein Gesicht: Christopher Lee, der den Dracula in mehreren Filmen verkörperte ist auch heute für viele noch DER Graf. In diesem Special erfahrt ihr etwas über den Schauspieler und seine Rolle als Dracula in den verschiedenen Filmen.



Christopher Lee: Gentleman des Grauens

Christopher Lee wurde 1922 in London, England, geboren. Während des zweiten Weltkrieges diente er bei der Royal Air Force und der Spezialeinheit SOE. 1947 gab er sein Debüt als Schauspieler. Wegen seiner imposanten Größe von 1,96 Metern wurde er desöfteren als Soldat und Polizist verpflichtet. Weltberühmt wurde er aber schließlich durch das britische Filmstudio Hammer und den Film "Horror of Dracula". Bis in die 1970er hinein spielte er in mehreren Horrorfilmen, u.a. auch die "Dr. Fu-Man-Chu" Reihe, sowie bis 1973 insgesamt achtmal den Grafen Dracula.

Obwohl Lee immer wieder Haupt- und Nebenrollen in anderen Filmgenres hatte - u.a. den James Bond Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974) - blieb das Image des Horrorschauspielers und vor allem Graf Dracula hartnäckig an ihm haften, wodurch sich Lee zeitweise von seiner bekanntesten Rolle und dem Horrorgenre distanzierte. Insgesamt gesehen ist die Filmographie von Lee jedoch beeindruckend und fasst weit über 60 Filme und Dutzende TV-Auftritte.

In einem Alter, in welchem die meisten wohl an den Ruhestand denken, erlebte Lee ein Comeback. Tim Burton engagierte ihn für seine Filme "Sleepy Hollow", "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Corpse Bride" als Nebendarsteller. Durch seine Rolle als Saruman in der "Herr der Ringe" Trilogie sowie als Count Dooku in "Star Wars Episode 2: Angriff der Klonkrieger" und "Star Wars Episode 3: Die Rache der Sith" wurde er einer neuen Generation von Filmfans bekannt. 2012 und 2013 wird er erneut als Saruman in "Der Hobbit" zu sehen sein.



Dracula
Horror of Dracula, GB 1958



Inhalt Der Brite Jonathan Harker hat sich bei dem rumänischen Graf Dracula als Bibliothekar beworben. Tatsächlich ist Harker jedoch ein Vampirjäger, welcher den nichtsahnenden Dracula vernichten möchte. Doch Harker wird im Schloss des Grafen von einer Vampirfrau attackiert. Harkers Partner, Doktor Abraham Van Helsing, sucht nach dessen längerer Abwesenheit das Schloss auf und muss feststellen, das Harker zum Vampir gewandelt wurde. Währenddessen reist Dracula gen London um Jonathans Verlobte Lucy Holmwood zu finden und Rache zu nehmen. Dr. Van Helsing besucht Lucys Familie, um ihr sein Beileid zu Jonathans Tod auszusprechen und erfährt dabei, dass es seit einigen Tagen mit ihrem Gesundheitszustand immer weiter bergab geht. Van Helsing schöpft Verdacht und empfiehlt, das Zimmer mit Knoblauch zu drapieren, doch Lucys Bruder Arthur hält nichts von den eigentümlichen Behandlungsmethoden und weist den Doktor ab. Erst als Lucy stirbt und als blutsaugende Wiedergängerin aufersteht, sieht er ein, womit er es zu tun hat...

Der Film weicht in einigen Punkten von Bram Stoker's Originalvorlage ab, ist aber für seine Zeit außergewöhnlich rasant und actionreich inszeniert. Lee wechselt zwischen aristokratischer Arroganz, charmanter Verführung und wildem Blutdurst wie spielend hin und her und dominiert den Film. Peter Cushing als Abraham van Helsing ist in seiner unerschüttlerlichen, britischen Ruhe ein ruhender Gegenpol und ernstzunehmender Gegner. Kurzum: Der Erste ist der Beste.





Blut für Dracula
Dracula - Prince of Darkness, GB 1966



Inhalt Der Vampirjäger hat Dracula vernichtet, indem er durch Sonnenlicht den Graf zu Staub werden ließ. Zehn Jahre später machen die beiden Brüder Charles und Alan mit ihren Frauen Diana und Helen Urlaub in den Karpaten. Vor der Weiterreise zu dem Schloss des Grafen Dracula, das auf ihrem Weg liegt, wird ihnen abgeraten. Unbeirrt reisen die beiden Paare weiter. Ihr Kutscher jedoch flieht panisch, als in der Nähe des Schlosses die Dunkelheit einsetzt. Helen, Diane, Charles und Alan bleibt nichts weiter übrig als im Schloss um Gastfreundschaft zu bitten. Der Diener Gabor lässt sie ein. In der Nacht jedoch lockt der Diener Alan in die Gruft des Schlosses, ermordet ihn und verstreut dessen Blut auf der Asche Draculas, welcher erneut aufersteht...

Der Legende nach spricht Lee in diesem Film kein Wort, weil er das Drehbuch schlichtweg zu dumm hielt. Ob die Geschichte nun war ist oder nicht, sie zeigte Wirkung. Dracula wirkt hier so unheimlich und dämonisch wie nie zuvor und auch nie mehr danach. Die Geschichte unterdessen ist selbst für Hammer-Verhältnisse relativ dünn geworden und ist nicht mit dem ersten oder dem nachfolgenden "Draculas Rückkehr" zu vergleichen.





Draculas Rückkehr
Dracula has risen from the grave, GB 1968



Inhalt In einem transsylvanischen Dorf treibt Dracula sein Unwesen. Dann ist auf einmal Ruhe und das Gerücht verbreitet sich, der Graf sei im Burggraben seines Schlosses ertrunken. Eines Tages taucht jedoch der Bischof Monsignore Ernst Müller im Dorf auf, um den Spuk endlich ein Ende zu bereiten. Mit dem verängstigten Dorfpriester macht er sich auf den Weg zu Draculas Schloss, doch der Priester verletzt sich unterwegs. Sein Blut tropft in den Seitenarms des Flusses, welcher zum Burggraben führt, und erwacht Dracula damit zum Leben. Der Montsignore indess versiegelt das Tor zu Draculas Schloss mit einem riesigen Kruzifix. Als Dracula zu dem Schloss gelangt, und merkt, dass er nicht hineinkann, ist er außer sich vor Zorn...

Dracula redet wieder ;). Und nach dem schwächeren zweiten Teil gibt es hier wieder ein Horrorspektakel nach bester Hammer Manier. Dracula wird natürlich wieder kongenial von Lee verkörpert und der ganze Film ist rasanter, härter und flüssiger inszeniert als der Vorgänger. Der Showdown bzw. Draculas Tod in diesem Film hat es in sich.





Wie schmeckt das Blut von Dracula
Taste the blood of Dracula, GB 1970



InhaltDrei alternde Lüstlinge, die nach außen als brave Biedermänner auftreten, sind auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Also schließen sie sich mit dem jungen Lord Courtley, von dem es heißt, er stünde mit dem Satan im Bunde, zusammen. Die vier wollen in einer entweihten Kapelle mit Utensilien aus dem Besitz des Grafen Dracula, sowie dessen Blut diesen wieder zum Leben erwecken. Bei der Zeremonie bekommen es die drei Biedermänner jedoch mit der Angst zu tun und erschlagen Lord Courtley. Die Beschwörung war dennoch erfolgreich, und Graf Dracula ersteht von den Toten auf. Daraufhin will er sich an den Mördern seines verstorbenen Jüngers Courtley rächen. Also macht der Graf sich die erwachsenen Kinder der drei Mörder gefügig, die dann ihre Väter töten sollen...

Hmm, "Wie schmeckt das Blut von Dracula" hat eine interessante Grundidee, Lee ist mal wieder erste Spitze und es gibt duraus gute Szenen in dem Streifen. Dennoch wirkt das Ganze weit weniger homogen als die Vorgänger und hat auch eine ganze Reihe von dümmlichen Dialogen und Szenen. Mittelprächtig.





Dracula: Nächte des Entsetzens / Dracula's Blutrausch
Scars of Dracula, GB 1970



InhaltEine riesige Fledermaus fliegt in die alte Kapelle, in der noch immer die Überreste des Grafen Dracula auf dem Altar liegen. Sie speit Blut auf die Asche, wodurch der Herrscher der Vampire wieder zum Leben erweckt wird. Als die Bewohner des nahegelegenen Dorfes kurz darauf die grausam verstümmelte Leiche eines jungen Mädchens entdecken, wissen sie sofort, dass der sadistische Graf Dracula zurückgekehrt ist. Die Männer brechen zu seinem Schloss auf, um es nieder zu brennen. Während die Frauen in der Dorfkirche warten, setzen die Männer ihren Plan in die Tat um. Als sie jedoch vom Schloss zurückkehren und die Kirche betreten, eröffnet sich ihnen ein Blutbad; riesige Fledermäuse haben sämtliche Frauen bestialisch ermordet und verstümmelt. Einige Jahre später lässt sich Paul Carlson in der nächstgrößeren Stadt ausgerechnet auf ein Tête-à-tête mit der Tochter des Bürgermeisters ein, doch der erwischt sie in flagranti und will nun Paul zur Rechenschaft ziehen. Paul kann vor seinen Häschern bis in das abgelegene Dorf fliehen, wo er aber alles andere als freundlich begrüßt wird. Also zieht er weiter bis in die Ruine Schloss Draculas. Trotz eindringlicher Warnung betritt er das Schloss, wo ihm die hübsche Tania begegnet. Auch der Graf stellt sich Paul sehr bald auf äußerst charmante Weise vor und lädt Paul ein, die Nacht in seinem Schloss zu verbringen. Später in der Nacht erscheint Tania und bittet ihn, sie vor ihrem Herren zu retten. Sie ist jedoch selbst ein Vampir und will gerade ihre Zähne in Pauls Hals schlagen, als Dracula ins Zimmer stürmt und sie brutal ersticht. Daraufhin versucht Paul, erneut zu fliehen und gerät dabei ausgerechnet in die Gruft des Grafen, aus der es kein Entkommen für ihn geben soll.

Obwohl mit für damalige Verhältnisse erstaunlich viel Blut und Sex, floppte dieser Film an den Kinokassen. Zu Recht! "Dracula: Nächte des Entsetzens" wirkt dermaßen hohl, das selbst der zweite Teil der Reihe wie ein Meisterwerk wirkt. Mit Ausnahme von Lee dürfte sich keiner der Beteiligten als Schauspieler bezeichnen. Muss man bestenfalls als Komplettist haben.





Dracula jagt Minimädchen
Dracula A.D. 1972, GB 1972



Inhalt 1872 führen Graf Dracula und Professor van Helsing auf einer durch den Londoner Hyde Park rasende Kutsche einen erbitterten Kampf. Als die Kutsche schließlich in einer Kurve kippt, wird Dracula von den Speichen eines Wagenrades augespießt und stirbt. 100 Jahre später wird der Graf durch eine schwarze Messe von Johnny Alucard wieder zum Leben erweckt und treibt von nun an im Jahre 1972 sein Unwesen. Als immer mehr Leichen gefunden werden, kontaktiert Scotland Yard schließlich Van Helsing's Urenkel Lorimar van Helsing...

Okay, der deutsche Titel lässt wirklich Schlimmes vermuten, doch zur großen Überraschung ist der Film gar nicht mal schlecht. Dracula in der Jetztzeit - bzw. in den 1970er - passt nicht schlecht, auch wenn das viktorianische Setting natürlich seinen Charme hatte. Zwar wünscht man sich bei den zwei(!) Songs einer Hippieband, Dracula möge recht schnell auftauchen und sein Unwesen treiben, ansonsten funktioniert der Film aber wunderbar. Und mit Peter Cushing als Nachfahre des Erzfeindes Van Helsing bekommt Lee endlich wieder einen ebenbürtigen Schauspieler als Gegner. Im Prinzip sollte man sich den Gefallen tun, und danach mit der Dracula-Reihe aufhören. Denn dies wäre ein passabler Abschluss gewesen.





Dracula braucht frisches Blut
The satanic rites of Dracula, GB 1974



Inhalt Dracula plant inkognito als der Großnindustrielle D.D. Denham, den niemand bisher zu Gesicht bekam, gar Schreckliches: Mit einem Pestbazillus will er die ganze Menschheit vernichten. Genau um Mitternacht des 23. Novembers, dem Hexensabbat, soll die Infizierung stattfinden. Vier Dracula Untergebene aus Politik, Wissenschaft, Militär und Industrie sollen als Reiter der Apokalypse fungieren. Professor Van Helsing arbeitet mit Scotland Yard zusammen um des Grafen Plan zu verhindern und den Vampir ein für allemal zu vernichten...

Kritik Der letzte Film mit Christopher Lee als Dracula enttäuscht auf ganzer Linie. Der Film hat eine hanebüchene Geschichte, schlechte SpecialEffects und auch Cushing und Lee können da nichts mehr retten. Für den Film "Die 7 goldenen Vampire" erteilte Lee Hammer eine klare Absage. Der Film wurde mit John Forbes-Robertson als Dracula und Peter Cushing als Van Helsing schließlich 1974 prduziert.





Außerhalb der Reihe



Die Herren Dracula
Dracula pere et fils, F 1974



Handlung

Nach der Flucht aus Transsylvanien treffen sich Graf Dracula und sein missratener Sohn Ferdinand im Paris der siebziger Jahre wieder. Während Ferdinand eigentlich kein Vampir sein möchte und als Nachtwächter ausgebeutet wird, verdient der Graf sein Geld ausgerechnet als Horrorfilm-Star. Zum Konflikt zwischen beiden kommt es, als eine junge Frau den Grafen für eine Zahnpastareklame unter Vertrag nehmen möchte: der Graf findet sie zum Anbeißen lecker, was der in sie verliebte Ferdinand unbedingt verhindern will.

Kritik

"Sag niemals nie" - Christopher Lee wusste das schon vor Sean Connery und wirkte in dieser Parodie 1976 erneut mit. Zwar ist der Film des Komödienregisseurs Edouard Molinaro nicht so humrvoll wie etwa "Tanz der Vampire" und krankt zudem auch an einer etwas dünnen Geschichte, so macht es doch Spaß, wie Lee hier seine Kultfigur gründlich durch den Kakao zieht. Ein herrlicher Spaß für Vampir-Fans und definitiv eine Empfehlung.





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