Die Songs und das musikalische Arrangement von "Tanz der Vampire" stammen von dem amerikanischen Produzent und Songschreiber Jim Steinman. Auch die andere Arbeit dieses Mannes verdient Gehör, daher erfahrt ihr hier etwas über über Jim Steinman und seine musikalischen Arbeiten...



Steinman wurde 1947 in New York geboren und entwickelte während seiner frühen Kindheit eine Liebe gleichermaßen zu Rock- und klassischer Musik. Noch in seiner High School Zeit führte er sein erstes Musical "The Dream Engine" auf. Jim arbeitete sich in der New Yorker Musical- und Theaterszene hoch. Zwar war keines seiner Musicals ein großartiger Hit, aber die Vermengung aus oppulenten Musicalstücken mit Rock Touch war den Kritikern immerhin Aufmerksamkeit wert.

Für sein Musical "More than you deserve" sprach schließlich ein gewissser Marvin Lee Aday, besser bekannt als Meat Loaf, vor. Das Musical war kein großer Erfolg, aber Steinman war von Meat Loaf's Stimmumfang begeistert. Er begann mit der Arbeit an dem Musical "Neverland", welches später schließlich in das Meat-Loaf-Debüt "Bat out of Hell" münden sollte. 1977 wurde das Album veröffentlicht und dank exzessiver Touren (Steinman war bei dieser Tour an Keyboards und Piano) wurde das Album zu einem Bestseller. Heute steht es mit über 43 Millionen noch immer in der Top 10 der meistverkauften Alben aller Zeiten.

Ein Nachfolger sollte natürlich so schnell wie möglich kommen, doch Stimmbandprobleme seitens Meat Loaf verzögerten die Aufnahmen immer wieder. Steinman sang "Bad for good" schließlich unter eigenem Namen ein - und landete einen Flop. Für Meat Loaf produzierte er im Anschluss noch "Deadringer", ehe sich das Gespann trennte - was für Meat Loaf in den Achtzigern eine kommerzielle Talfahrt bedeuten sollte. Steinman dagegen war als Produzent und Komponist sehr gefragt. Mit "Making love out of nothing at all" (Air Supply, 1982) landete er einen weltweiten Nr. 1-Hit, ehe die Zusammenarbeit mit Bonnie Tyler begann.

Für Bonnie Tyler produzierte er die beiden Alben "Faster than the speed of night" (1983) und "Secret dreams and forbidden fires" (1986), welche die von ihm geschriebenen Hitsingles "Totale Eclipse of the heart" und "Holding out for a hero" abwarfen. Daneben sangen Barry Manilow, Barbara Streisand und die Sisters of Mercy seine Songs. Mit der Gruppe Padora's Box gründete er ein Projekt, welche das Album "Original sin" einsangen. Trotz guter Kritiken wurde das Konzeptalbum ein Flop.

Ende der Achtziger gab Steinman bekannt, dass er und Meat Loaf an "Bat out of hell 2" arbeiten würden. Der Album Release wurde jedoch immer wieder verschoben, was daran lag, dass Steinman nur langsam die Ideen kamen. Er begann mit dem, was er in den Folgejahren oft machen sollte: Er verwendete seinen eigenen Songs wieder. So bestanden über die Hälfte der Songs von "Bat out of hell 2: Back into Hell" aus Stücken von "Original sin" und "Bad for good". Doch die Rechnung ging auf: Im Zuge der Megaballade "I would do anything for love" wurde "Bat out of hell 2" ein Riesen-Erfolg und bescherte Meat Loaf ein fulminantes Comeback.

Steinman arbeitete im Anschluss wieder mit Bonnie Tyler, doch die Songs ihres Albums "Free Spirit" bestanden aus zwei weiteren Covern, welche kommerziell keinen Erfolg brachten. Mit "Tanz der Vampire" und den Texten zu dem Andrew Llyod Webber Musical "Whistle down the wind" kehrte Steinman zur Theaterbühne zurück. Beide Male mit Erfolg. Seitdem ist es um Steinman ruhiger geworden. Das geplante "Batman" Musical wurde nie realisiert und nur in Demos, die Steinman ins Netz stellte, zu erahnen. Ungefähr um 2003 sickerte durch, das Steinman und Meat Loaf einen 3. Teil von "Bat out of hell" machen wollten.

Für beide Männer - mittlerweile im Herbst ihrer Karriere - sollte es das krönende Abschlusswerk werden. Doch hinter den Kulissen lief nicht alles rund und Meat Loaf verklagte Steinman schließlich sogar um die Namensrechte an "Bat out of hell". Der Streit wurde außergerichtlich beigelegt und "Bat out of Hell 3" erschien schließlich 2007 ohne die Beteiligung von Steinman - Meat Loaf coverte auf diesem Album lediglich 7 Songs von ihm. Obwohl "Bat out of Hell 3" überraschend gut war (wohl ein verdienst von Produzent Desmond Child, der die restlichen Songs des Albums schrieb), war der einzige neue Song aus Steinman's Feder "In the land of the pigs" aus dem oben erwähnten Batman Musical. Doch es scheint sich doch noch zum Guten zu wenden: Die beiden Streithähne haben sich wieder versöhnt und Wie Meat Loaf bekannt gab, wird Steinman für sein 2014 erscheinendes Album "Brave and crazy" wieder Songs beisteuern. Seien wir mal gespannt ob es den Beiden gelingt, die alte Magie zu wiederzuholen.



Die Highlights von Jim Steinman

Meat Loaf - Bat out of Hell, 1977
Die erste Zusammenarbeit von Jim Steinman und Meat Loaf ist für viele auch die Beste. Meat Loaf's raumfüllende Stimme und sein Talent, einen Text nicht nur zu singen sondern wahrhaft zum Leben zu erwecken vertrugen sich perfekt mit Steinman's Art des Songwriting. Oppulente Bombast Rock Nummern, meist jenseits der 5 Minuten Grenze, immer angesiedelt zwischen Klassik und Rock n Roll. Wir haben hier eine mit Orchester vorgetragene Ballade (For cryin out loud), einen epischen Rocker (Titeltrack), knackigen Rock n Roll (All revved up with no place to go), ein humorvolle Rock-n-Roll-Mini-Musical (Paradise by the dashboard light) und wunderschöne Balladen (Two out of three ain't bad, Heaven can wait). Meisterhaft.

Meat Loaf - Bat out of Hell 2: Back into Hell, 1993
Man mag es kaum glauben, aber in meinen Augen haben Meat Loaf und Steinman den ersten Teil sogar übertroffen. Den Anfang macht die Mega-Ballade "I would do anything for love", die in der Album Fassung fast 12 Minuten dauert. Mit "Objects in the rear view mirror" schufen beide ihren größten Gänsehautmoment, ehe mit "Everything louder than everyone else" der Titel Programm ist. Es folgen wunderschöne Balladen und epische Rocker. Klar sind viele der Nummern nicht für dieses Album geschrieben worden, aber das vermutet man zu keinem Moment, sind doch erst Meat Loaf's Interpretationen das Sahnehäubchen und allen vorherigen Versionen meilenweit überlegen. Definitiv eines der besten Musikalben aller Zeiten - für mich das Beste.

Jim Steinman - Bad for good, 1981
Der eigentlich geplante Nachfolger von "Bat out of Hell" und Steinman wagt sich selbst hinters Mikro. Klar hat er beileibe nicht den Stimmumfang von Meat Loaf, macht seine Sache aber viel besser als es oft geredet wird. Ellenlange Songs, mal Rocker mal Ballade, wuchtige Arrangements, Background Chöre, Gitarrengewitter - alles wie man es von Meat Loaf Alben gewöhnt ist. Steinman nutzte "Bad for good" in den nachfolgenden Jahrzehnten als Inspirationsquelle: Meat Loaf sang fast jeden Song des Albums Stück für Stück neu ein, ebenso sind Teile in "Tanz der Vampire" (The Storm = Ouvertüre) verarbeitet. "Left in the dark", die Megaballade dieses Albums, wurde 1984 von Barbara Streisand neu eingesungen. Alles in allem ein Geheimtip.

Bonnie Tyler - Greatest Hits, 2002
Best of Alben von Bonnie Tyler gibt es wie Sand am Meer. Das herausragendste ist jedoch "Greatest Hits" von 2002, erkennbar am Cover. Von Steinman geschriebene Songs sind hier "Faster than the speed of night", "Making love out of nothing at all", "Loving you is a dirty job", "Tire tracks and broken hearts" und natürlich "Holding out for a hero" und "Totale Eclipse of the heart". Der Rest des Albums ist eine gute Zusammenstellung von Bonnie's größten Hits, darunter Evergreens wie "It's a heartache", "Lost in France", "Bitterblue", "A rockin' good way" uvm. Die Mischung aus Steinman Hits, großartigen anderen Songs und Bonnie Tyler's herrlichem Reibeisen-Organ lohnt die Anschaffung dieses Best of's.

Weitere Steinman Highlights

Deadringer for Love - Meat Loaf         Pandoras Box - Original sin     Whistle down the wind - Musical

       

v.l.n.r, v.o.n.u.
Meat Loaf - Deadringer (1981)
Meat Loaf - Bat out of Hell 3: The Monster is loose (2007)
Pandora's Box - Original sin (1987)
Whistle down the wind (mit Andrew LLyod Webber, 1997)
Bonnie Tyler - Faster than the speed of night (1983)
Bonnie Tyler - Secret dreams and forbidden fires (1986)
Tanz der Vampire (1997)


Desweiteren sind einzelne Songs von ihm (teilweise gecovert, teilweise speziell dafür produziert) auf folgenden Alben zu finden:

Streets of Fire (Soundtrack, 1984)
Meat Loaf - Bad Attitude (1984)
Sisters of Mercy - Floodland (1987)
Sisters of Mercy - Vision Thing (1990)
Meat Loaf - Welcome to the neighbourhood (1995)
Bonnie Tyler - Free Spirit (1995)
Celine Dion - Falling into you (1996)
Meat Loaf - The very Best of (1998)
Air Supply - The definitive Collection (1999)
Boyzone - No matter what: The very Best of (2000)
Wuthering Heights (Soundtrack, 2003)



Zurück
 
~ 1 ~


 www.batlady.de