Hier nun die Biografien von "echten" Vampiren... zumindest wurden sie während ihres Lebens und v.a. nach ihrem Tod als solche bezeichnet.



Elizabeth (Erzsébet) von Báthory, verehelichte Nádasdy, wurde 1650 geboren und gilt noch mehr als Vlad Tepes als historisches Vorbild für den literarischen Vampir. Ihre Verurteilung als Serienmörderin im Jahr 1611 brachte ihr den "Blutgräfin". 571 wurde sie mit elf Jahren mit dem fünf Jahre älteren Franz Nádasdy verlobt; die Hochzeit wurde 1575 vollzogen. Nach dem Tode von Franz 1604 erbte sie - aufgrund des jungen Alters ihrer Kinder - dessen gesamtes Vermögen.

Auf Befehl des Königs Mathias II. (ung. Mátyás) von Ungarn stürmte und durchsuchte Graf Georg Thurzo von Bethlenfalva, seit 1609 Palatin von Ungarn und Vetter von Báthory, am 29. Dezember 1610 die Burg Cachtice. Báthory wurde wegen vielfachen Mordes an Dienerinnen 1611 unter Hausarrest gestellt. In Bitcse wurden zwei Prozesse abgehalten, einer in Ungarisch und einer in Latein. Da man Báthory selbst weder teil-, noch irgendwie dazu Stellung nehmen ließ, bestand der Prozess nur aus der Vernehmung von Mitangeklagten und Zeugen.

Laut den Prozessunterlagen soll Lady Báthory junge Mädchen auf ihre Burgen gelockt haben um sie dort anschließend auf verschiedene Art und Weise nackt zu Tode zu folten. Laut Aussagen ihrer Dienerinnen wurden folgende Foltermethoden praktiziert: Stiche mit Nadeln, Schnitte mit Messern und Scheren, Schläge und Auspeitschungen bis zum Tode, Übergießen mit kochendem Wasser und Übergießen mit Wasser bei Frost. Dorothea Szentes, Kammerzofin der Gräfin, schilderte das Wissen über 36 Morde. Eine andere Zeugenaussage berichtet von dem Tagebuch der Gräfin, welches die Morde von 650 Mädchen dokumentierte (wobei dieses Tagebuch bis heute unpubliziert ist, und daher sollte diese Zahl nicht als Fakt verstanden wissen).
König Matthias II. verlangte die Todesstrafe für Lady Báthory, doch Thurzo stimmte dem nicht zu. Die Gräfin wurde daher in einem kleinen Zimmer auf ihrer Burg Cachtice eingemauert, wo sie bis zu ihrem Tod 1614 nur durch einen kleines Loch in der Mauer Kontakt zur Außenwelt hatte.

Insbesondere durch die Legende, Báthory habe im Blut der ermordeten Mädchen gebadet oder es getrunken, um sich selbst jung zu erhalten, bekam Báthory den Beinamen „Blutgräfin“. Ob Dracula-Autor Bram Stoker von der Bathory-Legende angeregt wurde, ist nicht überliefert, auch wenn es vielfach behauptet wird. 1721 veröffentlichte László Turóczi sein Werk "Ungaria suis cum regibus compendio data", welches die Verurteilung von Lady Báthory schilderte. Der Autor ergänzte dabei um einige Erfindungen. So habe die Gräfin beim Foltern eines Mädchens Blutspritzer abbekommen und angeblich die Verjüngung ihrer Haut an eben jener Stelle bemerkt. Sie soll sich daher entschlossen haben, im Blut der Mädchen zu baden. Gleichwohl die Prozessakten 1817 veröffentlicht wurde, und diese mit keinem Wort die Blutbäder erwähnen, so hat dies der Legendenbildung keinen Abbruch getan.

Die Familie Báthory ist ironischerweise über mehrere Ecken mit der Familie von Vlad Tepes verwandt.



Vlad III. wurde 1431 geboren und gilt nachweisbar als Inspiration für die Figur Dracula von Bram Stoker's gleichnamigen Roman. Der Beiname Dracula, oft auch Draculea oder schlicht Dracul, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine einleuchtende Erklärung wäre das Wort Draco, welches aus dem Lateinischen stammt und "Drache" bedeutet (das Wort drac ist auch im Rumänischen das Wort für "Drache"). Dracula's Vater war Mitglied im Drachenorden. Die Endungen -a oder -ea sind dagegen Verwunderlichen, bedeuten doch diese Endsilben im heutigen Rumänisch eine Verkleinerung und nicht, wie fälschlicherweise oft zitiert, "Sohn des". Durch seine Vorliebe für die Hinrichtung des Pfählens wurde ihm posthum der zweite Beiname "Tepes" (zu deutsch: Pfähler) verliehen.

Vlad's Vater hatte ein Bündniss mit den Türken, wobei diese an seiner Loyalität zweifelten. Ihm wurden von den Türken eine Falle gestellt und sein Leben konnte er nur dadurch retten, seinen Treueschwur gegenüber dem Sultan zu erneuern, sowie seine beiden Söhne Radu und Draculea, als Geiseln zu hinterlassen. Nachdem Dracula 1448 nach dem Tod des Vaters wider Erwarten aus der Gefangenschaft entlassen wurde, kämpfte Dracula an der Seite des ungarischen Feldherrn Hunyadi und auch später an der Seite von dessen Sohn. Hunyadi ernannte Dracula dabei zum Schutzwächter der Region Siebenbürgen - "Transsylvanien". Vlad galt als militärisch kluger Stratege. Bei seinen Feldzügen hinterließ er stets eine Spur der Verwüstung, indem er ganze Dörfer in Brand steckte, Vieh umbrachte und keinen Unterschied zwischen Alten, Männern, Frauen, Kindern und Säuglinge machte. Vlad entwickelte auch Frühform der biologischen Kriegsführung: Aussätzige oder Todkranke mit unheilbaren Krankheiten wie Tuberkulose oder Beulenpost wurden in die feindlichen Lager gesteckt um möglichst viele feindliche Soldaten mit den Krankheiten anzustecken. Alle Aktionen - zerstörtete Dörfer, Krankheiten, Felder mit aufgespießten Leichen - demoralisierten die Gegener, womit Vlad auch in Sachen psychologischer Kriegsführung sein Geschick bewies. In - rein militärischer Sicht! - darf Vlad. durchaus als Genie bezeichnet werden.

Die Schilderungen über Vlad im westlichen Europa zeichnen ein wesentlich grausameres Bild von Vlad als in Quellen in Osteuropa und Rumänien. Angaben von 40.000 - 100.000 (Radu R. Florescu: Essays on Romanian history) dürfen als stark übertrieben angesehen werden. Eine deutsche Erzählung berichtet: „Er verursachte mehr Schmerz und Leid als sich selbst die bluthungrigsten Peiniger der Christenheit wie Herodes, Nero, Diocletian und alle anderen Heiden zusammen vorstellen konnten“ (Dieter Harmening: Der Anfang von Dracula). Im Kontrast hierzu erwähnen die russischen und rumänischen Geschichten kaum oder keine sinnlose Gewalt oder Gräueltaten (wobei dies Schilderungen aus einer Zeit waren, in welcher die Auffassung von "Gewalt" eine etwas drastischere als die heutige ist). Das er das Blut seiner Feinde getrunken haben soll, ist hingegen nicht eindeutig überliefert. Interessanterweise starb Vlad. nicht an Krankheit oder in einem seiner zahlreichen Feldzüge, sondern durch ein Komplott in den eigenen Reihen. Er verstarb in der Jahreswende 1476/77.

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